Hochbegabung

Zur Übersicht Anne Scheller, Clemens Muth | 26. Januar 2019

Die Psychologie bezeichnet Menschen als hochbegabt, die deutlich überdurchschnittlich intelligent sind. Sie erreichen in Intelligenztests mindestens 130 Punkte, so wie etwa 2 % der Deutschen.

Hochbegabung geht meist mit einer hohen allgemeinen Intelligenz einher. Das bedeutet, dass Hochbegabte keine „Fachidioten“ sind, die nur in einem eng umgrenzten Wissensbereich herausragende Leistungen vollbringen. Hochbegabung ist auch deutlich von der sogenannten Inselbegabung zu unterscheiden.

Hochbegabte sind körperlich und geistig oft weiter entwickelt als ihre Altersgenossen, sind emotional stabiler (Gefühle) und an vielen Dingen interessiert.

Die Ursachen für Hochbegabung sind vielfältig und nicht endgültig erforscht (Intelligenz). Hochbegabung ist teilweise genetisch bedingt (Gene), aber auch Umwelteinflüsse, besonders in der Kindheit, spielen eine Rolle. Kinder von wohlhabenden Eltern sind deutlich häufiger hochbegabt als Kinder aus der Unterschicht. Das könnte u. a. an weniger gesundheitlichen Risikofaktoren während der Schwangerschaft und an gesünderer Ernährung liegen. Studien zeigen außerdem, dass autoritäre Eltern (Autorität) weniger intelligente Kinder haben als demokratisch erziehende Eltern (Erziehung).

Hochbegabte können zum Beispiel durch Schulzeitverkürzung oder den Besuch von Spezialschulen oder -klassen gefördert werden. In einer normalen Klasse können sie durch individuelle Aufgaben, Zusatzkurse und die Zusammenarbeit mit Universitäten ihrer Begabung entsprechend lernen.

Rund 10 % der Hochbegabten gelten als Minderleister, die weit weniger gute Leistungen erbringen, als es ihrer Intelligenz entspricht. Das liegt häufig an einem Mangel an Selbstvertrauen oder Selbstmotivation oder an Konflikten mit Lehrern oder anderen Schülern. Ein Lehrer- oder Klassenwechsel hilft ihnen oft sehr.