Leistungsdruck

Zur Übersicht Anne Scheller, Clemens Muth | 10. August 2019

Unter Leistungsdruck versteht man die – in aller Regel negativ bewertete – Wahrnehmung, dass Mitschüler, Eltern oder Lehrer bestimmte, möglichst gute Leistungen von den Schülern erwarten. Auch Lehrer können Leistungsdruck durch Eltern, Kollegen oder die Politik verspüren, etwa den Druck, den Schülern eine möglichst umfassende Bildung und gute Erziehung angedeihen zu lassen oder ihnen beim Erreichen guter Noten zu helfen (Leistungsbewertung).

Die Psychologie hat herausgefunden, dass Leistung einen Menschen motivieren kann. Er wägt dabei in aller Regel ab, in welchem Verhältnis zueinander der Aufwand, die Erfolgsaussichten und der subjektive Wert der Sache stehen. Will ein Schüler etwa für eine Prüfung in Mathematik lernen, wägt er ab, wie viel Lernaufwand nötig ist, wie realistisch die Aussichten sind, dass er mit dem Lernen sein Ergebnis beeinflusst, und wie wichtig ihm die Mathenote ist. Dieses Abwägen geschieht häufig unbewusst oder automatisch.

Leistungsdruck kann sich verschiedenartig auswirken, er kann zu Fleiß antreiben oder die Motivation zu lernen bzw. zu unterrichten deutlich schmälern. Die Konsequenzen davon können sowohl positiv als auch negativ sein: Fleiß beschert zwar unter Umständen gute Noten, aber auch Stress oder Prüfungsangst (Gefühle).

Hinter dem vielfach wahrgenommenen Leistungsdruck in den Schulen steht das Leistungsprinzip, welches besagt, dass eine hohe Arbeitsleistung des Einzelnen besonders wichtig und erstrebenswert ist. Da diese Ansicht in Deutschland recht verbreitet ist, spricht man auch von einer Leistungsgesellschaft.