Leistungskurve

Zur Übersicht Anne Scheller, Clemens Muth | 23. März 2019

Jeder Mensch hat eine persönliche Leistungskurve, die den Verlauf der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit über einen 24-Stunden-Zeitraum beschreibt. Bei den meisten Menschen sieht der Verlauf der Kurve relativ ähnlich aus, man muss jedoch beachten, dass es sich bei den genannten Zeiten um Annäherungen handelt. Individuelle Unterschiede, etwa von Frühaufstehern und Nachtmenschen, sind dabei nicht berücksichtigt.

Morgens nach dem Aufwachen steigt die Leistungsfähigkeit zunächst an, bis sie gegen 9 oder 10 Uhr ihren ersten Höhepunkt erreicht. Sie fällt dann ab und sinkt mittags nach dem Essen auf ein Minimum. Am frühen Nachmittag steigt die Leistungsfähigkeit wieder an, bis gegen 15 oder 16 Uhr ein zweiter, nicht mehr ganz so ausgeprägter Höhepunkt erreicht wird.

Um die persönliche Leistungskurve kennen zu lernen, hilft es, sich einige Wochen lang regelmäßig über den Tag zu beobachten und Zeiten guter Leistung, hoher Müdigkeit u. Ä. zu notieren. Anschließend kann man Aufgaben entsprechend auf den Tag verteilen. Schüler, die vormittags in der Schule bereits ihr erstes Maximum voll ausnutzen, sollten das selbstständige Lernen am Nachmittag entsprechend des zweiten Leistungshochs organisieren. Am Wochenende oder in den Ferien können sich Lerner ihre Zeit ebenfalls nach der Leistungskurve einteilen: etwa zwischen 8 und 12 und zwischen 14 und 16 Uhr ist Lernen gut möglich. An den Leistungsmaxima um 9 und 15 Uhr herum sollten Schüler wie Lehrer Aufgaben erledigen, die eine besonders hohe Konzentration und Aufmerksamkeit erfordern (etwa auswendig lernen oder komplexe Sachverhalte verstehen). In den Zeiten mit einer weniger hohen Leistungsfähigkeit können Routineaufgaben wie einfaches Korrigieren oder weniger anstrengende Hausaufgaben erledigt werden.

Abends, nachts und mittags – in den Zeiten der Leistungsminima – müssen in jedem Fall Pausen eingelegt werden.