Lob und Belohnung

Zur Übersicht Anne Scheller, Clemens Muth | 19. Januar 2019

Hinter einem Lob – einer positiven Äußerung über eine Leistung oder ein Verhalten – steht gewöhnlich der Wunsch, die Motivation des Gelobten, so weiter zu machen, aufrecht zu erhalten bzw. zu erhöhen.

Im Fall von Schülern und Lehrern bedeutet dies, dass Lehrer ihre Schüler loben, um sie dazu zu bringen, weiterhin aufzupassen, zu lernen, zu wiederholen, die Hausaufgaben zu machen usw. Lob ist daher ein Mittel der Erfolgsbestätigung.

Durch ein Lob erhalten Schüler Anerkennung vom Lehrer und auch von der Klasse. Lernen ist schließlich anstrengend, es ist mit Arbeit verbunden, Fleiß und Zeit müssen aufgewendet werden. Das wollen die meisten Schüler vom Lehrer oder den Mitschülern anerkannt wissen. Geschieht dies, motiviert es, auch in Zukunft so weiterzumachen. Ein wirksames Lob muss ehrlich gemeint, realistisch und angemessen sein. Schüler erkennen genau, wenn das Lob übertrieben oder nicht verdient ist. Wer für eine kurz vor Stundenbeginn abgeschriebene halbe Hausaufgabe begeistert gelobt wird, wird sich beim nächsten Mal nicht anstrengen, die Hausaufgabe alleine und sorgfältig zu erledigen.

Loben ist dann besonders wirksam, wenn es zu Anfang – also dann, wenn etwas Neues gelernt wird – schnell und häufig kommt, bald nur noch gelegentlich, zuletzt selten, dafür aber deutlich.

Wird nicht gelobt, hat das lernpsychologisch einen ähnlichen Effekt wie eine Strafe (Psychologie): Die Schüler hören auf, sich anzustrengen. Wenn die Anstrengung nichts bringt, so der Gedanke dahinter, kann man es auch sein lassen.

Materielle Belohnungen wie Filme oder Süßigkeiten haben nur dann eine positive Wirkung auf die Motivation, wenn sie angemessen und verdient sind. Sie sollten nur sparsam und ohne Ankündigung eingesetzt werden, da sich das Gehirn sonst an die Belohnung gewöhnt.