Ultrakurzzeitgedächtnis

Zur Übersicht Anne Scheller, Clemens Muth | 09. Juni 2019

Neue Informationen erreichen das Gehirn in der Regel von außen über Sinneswahrnehmungen. Sie werden zunächst im sogenannten Ultrakurzzeitgedächtnis gespeichert. Dieses besteht für jeden Wahrnehmungskanal – Sehen, Hören, Fühlen usw. – aus einem eigenen Gedächtnis und heißt daher auch sensorisches Gedächtnis. Im Ultrakurzzeitgedächtnis werden sehr große Informationsmengen gespeichert, allerdings nur für extrem kurze Zeiträume.

Experimente haben ergeben, dass visuelle Informationen im ikonischem Gedächtnis etwa 15 Tausendstelsekunden, auditive Informationen im echoischen Gedächtnis immerhin bis zu zwei Sekunden gespeichert werden. Die Speicherung im Ultrakurzzeitgedächtnis dient dazu, die eingehenden Reize so umzuformen, dass sie vom Kurzzeitgedächtnis weiterverarbeitet werden können. Dazu werden die Sinneswahrnehmungen erkannt und identifiziert, Muster werden extrahiert und erkannt. Ähnlich wie bei der Kompression von Daten einer Computerdatei werden dabei unwichtige Informationen gelöscht und Informationen, die wichtig sind, um die Erinnerung zu rekonstruieren, verstärkt (Reproduzieren).