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Das ist mehr als ein Spiel, das ist Knast

„Gehe nicht über Los. Ziehe keine 4.000 Euro ein.“ Die meisten von uns kennen diese spielerische Aufforderung. Nach dem Würfeln bei „Monopoly“, inklusive der mit ihr verbundenen Strafe, der klaren Forderung: „Gehe direkt ins Gefängnis – begib Dich direkt dorthin!“

Diese Aufforderung ist allerdings für sehr viele, für immer mehr Kinder und Jugendliche bittere, traurige Realität. Für Jungen und Mädchen. Aufgrund ihrer Straftaten – teils immer brutaleren und mehr. Es gibt sogar Überlegungen, das strafmündige Alter auf zwölf Jahre zu senken.

Damit es so weit jedoch nicht kommt, zum Weg in den Knast, haben sich junge Häftlinge zusammengefunden, um Kindern und Jugendlichen ihr eigenes Schicksal zu ersparen: Festnahme, Verurteilung, Haft, Gefängnis, Knast – oder auf Bewährung wieder auf freiem Fuß unter strengen Auflagen.

Ihre etwas andere Aufklärung hat eine klare Botschaft, Mission, ein unmissverständliches Ziel: #NiemalsKnast. Sie, ihre Prävention auf Augenhöhe, trägt darum auch den unmissverständlichen Titel „Die JVA goes Schule“ (https://nejako.de). Durch sie sollen Mädchen und Jungen zum Nachdenken, zum Umdenken bewogen werden. Mittels eines akustischen, emotionalen und virtuellen Schulausflugs in den Knast in deren Klassenzimmer, Aula, Mensa oder auch Turn- und Sporthalle.

Übrigens, es geht nicht um sogenannte Brennpunktschulen. Denn an allen Schulen sind die Taten, die in den 90 bis 120 Minuten oder über unser Lehrmaterial angesprochen werden, Alltag. In der Regel bitterer, trauriger Schulalltag: (Cyber-)Mobbing, Erpressen, Drogen, Gewalt bis zur Kompetenz beim Nutzen der Medien.

In und mit dieser authentischen, beeindruckenden und neuartigen Jugend-, Gewalt- und Kriminalprävention – von jungen Häftlingen (14 bis 21 Jahre) für Kinder und Jugendliche – kommt niemand von ihnen mit dem erhobenen Zeigefinger. Ihre glasklare und auch aufrichtige Botschaft #NiemalsKnast erreicht die Schülerinnen und Schüler. Das zeigen nicht nur die Fragen, die sie nach dem Vorführen des zwölfminütigen Knastfilms, einer Dokumentation der Inhaftierten, stellen. Sie bringen sich auch mit ihren eigenen Erlebnissen, Erfahrungen und Geschichten ein (https://nejako.de/die-jva-goes-schule). Und das seit inzwischen über zwei Jahren live an Schulen, lokal, regional, landes- und bundesweit. Und jetzt auch als Lernstoff ab Klasse 6 oder 7.

Diese Form der Aufklärung von Jugendlichen für Jugendliche ist, so die Rückmeldung derer, die sie schon live erlebten, in Deutschland einmalig und einzigartig. Kurz: eine erlebens- und sehenswerte Premiere, die Zeichen setzt. Aktiv. Wie, das ist dank der Folgen für Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte, ja für die gesamte Schule einfach und schnell erklärt: mehr Ordnung und Sicherheit (https://nejako.de/die-anti-fehlerteufel/die-folgen-fuer-die-schulen).

Die Justizvollzugsanstalten (JVA) in den 16 Bundesländern stoßen mehr und mehr an ihre Kapazitätsgrenzen. Viele sind auch bereits über diesen. Selbst im Jugendstrafvollzug, wo heranwachsende Mädchen und Jungen in getrennten Gefängnissen nach dem Jugendstrafrecht verurteilt, ihre Haft absitzen.

Jugendstrafvollzug an 14- und 21-Jährigen ist aufgrund seiner enormen Auswirkungen auf die Häftlinge sehr umstritten. Es gibt inzwischen, wie oben angemerkt, ja sogar Überlegungen, das Alter auf zwölf Jahre herabzustufen, da die Straftäterinnen und -täter immer jünger werden.

Es wird in zwei Gruppen vor dem Jugendgericht und in den Jugendstrafanstalten unterschieden: Jugendliche (14 bis einschließlich 17 Jahre) und Heranwachsende (18 bis einschließlich zum noch nicht vollendeten 21. Lebensjahr).

Die Jugendstrafe dauert mindestens sechs Monate bis zu maximal fünf Jahren. Bei einem Verbrechen, das nach allgemeinem Strafrecht eine Höchststrafe von über zehn Jahren Freiheitsentzug vorsieht, ist bei Heranwachsenden das Höchstmaß auf zehn Jahre begrenzt. Bei Mord allerdings kann sich wie bei Erwachsenen die Höchststrafe auf 15 Jahre belaufen – jedoch „nur“ unter Berücksichtigung der besonderen Schwere der Schuld.

Zweck der Haft ist der Erziehungsgedanke zu einem besseren Menschen und die Sühne der Schuld. Kurz: Das Bereuen der Straftat oder der Straftaten. Mit dem Ziel nach der Bewährungs- oder Haftstrafe keine weiteren zu begehen, was jedoch oftmals nicht gelingt.

In der polizeilichen Kriminalstatistik 2024 sind bundesweit über 260.000 tatverdächtige männliche Jugendliche und Heranwachsende unter 21 Jahren sowie mehr als 86.500 weibliche registriert. Die Dunkelziffer dürfte naturgemäß um ein Vielfaches höher sein. Zu den erfassten Straftaten gehören unter anderen 173 Morde und Totschlag in 120 Fällen.

Unser Unterrichtsmaterial bringt die Themen „Straftat und deren Folgen“ in den Unterricht. Passend unter anderem für den Sozialkundeunterricht bis zum Ethik- und Religionsunterricht. Oder auch für Präventionstage und Projektwochen.

Es geht um Werte und um deren gut und leicht verständliches Vermitteln. Gemäß dem Leitsatz: „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füge auch keinem anderen zu“. Weshalb „M & M“ ein Teil von „Die JVA goes Schule“ ist: (Cyber-)Mobbing und Medienkompetenz.

 

Service für Lehrkräfte


Fotos: nejako.de / WeHe

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